Warum „Fantasy“

Die Themen „Fantasie“, „Märchen“ und „Legenden“ begeistern und begleiten mich schon, seit ich denken kann. In den Sagen von Robin Hood oder König Artus, Merlin und den Rittern der Tafelrunde fand ich bereits in Kindheitstagen Inspiration und Orientierung für meinen Lebensweg. Noch heute liebe ich es, in uralten Wäldern und mittelalterlichen Gebäuden dem Geist der Vergangenheit zu lauschen.

In der Fantasie drückt sich unser Un(ter)bewusstes aus. Träume, Ängste und Sehnsüchte erhalten darin Gestalt. Werte, Wünsche und Gefühle nehmen in ihr greifbare Formen an. Wenn wir schlafen, werden unsere Erfahrungen des Tages in Träumen verarbeitet. In Märchen und alten Mythen stecken der Geist und die kollektive Weisheit unserer vormaligen Kulturen. Im Leben wiederholt sich alles in Zyklen und unsere alltäglichen Erfahrungen, die auch schon unsere Altvorderen gesammelt haben, geben sie durch ihre Geschichten an uns weiter. Und oftmals erkennt man, dass sich in der Fiktion bildlich-metaphorisch unsere Wirklichkeit widerspiegelt.

Auch die geistige Bewegung des „Surrealismus“, die sich seit den Anfängen der 1920er Jahre – also unmittelbar nach den schrecklichen Ereignissen des 1. Weltkriegs – in der Kunst etabliert hat, zeigt, dass der Mensch das Bedürfnis hat, seine Erfahrungen und Gedanken durch und mit Fantasie auszudrücken.

Die literarischen Welterfolge von Michael Ende, einem der bekanntesten deutschen Schriftsteller der Fantastik und Sohn des surrealistischen Malers Edgar Ende, sind ein mehr als passendes Beispiel für die Bedeutsamkeit der Fantastik in der Literatur.

Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, mit meiner Romanreihe „Vergessene Legenden“ das Genre „Fantasy“ als wichtigen Bestandteil der Fantastik einem breiteren öffentlichen Publikum zugänglich zu machen und für eine nachhaltige Anerkennung des Genres in der Literatur zu arbeiten.

 

Folgend finden sich wunderbare Zitate zum Thema „Fantasie“ von bekannten Künstlern oder Wissenschaftlern:

Fantasie, die schäumend wilde, ist des Minnesängers Pferd
Und die Kunst dient ihm zum Schilde, und das Wort, das ist sein Schwert. (Heinrich Heine, aus „Die Minnesänger“)

„Fantasie haben heißt nicht, sich etwas auszudenken, es heißt, sich aus den Dingen etwas zu machen.“ (Thomas Mann)

„Die Freiheit der Fantasie ist keine Flucht in das Unwirkliche, sie ist Kühnheit und Erfindung. Denn sich etwas vorstellen, heißt, eine Welt bauen, eine Welt erschaffen.“ (Eugene Ionesco)

„Fantasie ist wichtiger als Wissen. Denn Wissen ist begrenzt.“ (Albert Einstein)

„Fantasie ist die Fähigkeit, in Bildern zu denken.“ (Ernst Hohenemser)

„Genuss ist eine Frage der Fantasie.“ (Markus M. Ronner)

„Fantasie = Die schönste Tochter der Wahrheit, aber etwas lebhafter als die Mama.“ (Carl Spitteler)

„Keinen Drachen kann man so hoch steigen lassen wie den der Fantasie.“ (Lauren Bacall)

Während eines Besuchs der großartigen Phantastischen Bibliothek Wetzlar, der weltweit größten öffentlich zugänglichen Sammlung fantastischer Literatur, fand ich im Untergeschoss im größten Buch der Bibliothek zudem folgenden wunderbaren Text zum Thema „Fantastik“:

Der Text stammt von der Literaturwissenschaftlerin Prof. Dr. Christine Ivanovic, der ursprünglich im Rahmen einer literaturwissenschaftlichen Ausstellung in Erlangen veröffentlicht wurde.